Pudelfarben

...so bunt, sind die reinrassig?

Leider sind in Deutschland deutlich weniger Farben anerkannt als in manch anderem Land. Ich persönlich liebe es ja schön bunt, die merle Färbung hat es mir ganz besonders angetan. Das sieht man auch an meinen zwei tollen Aussies, Mutter und Tochter übrigens. Bei dieser Rasse ist merle bei ca. der Hälfte aller Kandidaten schon immer normal. Schon beim Chihuahua war ich vor über 12 Jahren Vorreiter dieser wunderschönen Farbvariante blue merle, welche mit Sachverstand und Verantwortungsbewusstsein in der Zucht eingesetzt eine wirklich tolle Bereicherung ist. Freiwillig habe ich schon immer bei allen bei mir bisher geborenen merleHunden eine Augenuntersuchung beim Spezialisten machen lassen und hatte noch nie ein Problem diesbezüglich.
Dies werde ich natürlich beim Pudel fortsetzen. Zum einen ist sich dann der Käufer sicher, einen in dieser Sache wirklich gesunden Hund in die Familie zu holen und mir gibt es die Sicherheit mit meiner Zucht auf dem richtigen Weg zu sein.

Leider fiel mein blue merle ChihuahuaZuchtrüde "Phäkinähns Merlissimo" , den ich als Welpe aus Finnland holte, im August 2013 erst 9jährig einer Vergiftung zum Opfer. Er war der letzte Chie in unserem Haus. Wir vermissen unseren Sonnenschein noch immer sehr.
Aber ich habe mich dadurch sehr mit dieser Färbung, Vererbung und auf was geachtet werden muß, beschäftigt. Und ich freue mich daher ganz besonders, dass es nun auch beim Pudel diese noch sehr seltene Variante gibt. In Amerika gibt es mittlerweile schon mehrere VereinsZüchter und man kann nur hoffen, dass dies in Deutschland auch so wird, um den Schwarzzüchtungen und damit evl. berechtigtem schlechtreden dieser Farbspielart keinen Raum zu geben.

Es gibt verschiedene Thesen wie diese Farbvariante in die Rasse Pudel kam.
Die eine ist, dass es eine Mutation bei einem Züchter in Amerika gab und dies dann bewusst weiter gezüchtet wurde. Wer da etwas gräbt, wird feststellen, dass die Ahnentafeln so weit bekannt, alle auf einen Vorfahren zurück gehen. Daher ist für mich diese These am schlüssigsten.
Andere behaupten, dass es Einkreuzungen anderer Rassen gab. OK, viele Rassen sind durch Kreuzungen entstanden, somit wäre auch das nichts wirklich Schlimmes. Aber merle gibt es bei vielen recht unterschiedlichen Rassen schon recht lange, angefangen bei verschiedenen Hütehunderassen über den Grautiger bei der Deutschen Dogge, und dem merle Dackel... Ich find es weniger wahrscheinlich, dass alle Merlefärbungen bei diesen doch recht verschiedenen Rassen durch Einkreuzung eines einzigen entstanden sind. Und irgendwo war ja doch mal ne Mutation, oder doch mehre... ;-)

 

Da ich gern blue-merle haben möchte und nix aufgehelltes hineinziehe oder gar verdeckte Merles haben will, sind natürlich auch immer schwarze Pudel mit dabei, ein Elternteil und (na ja zumindest rein rechnerisch) die Hälfte der Babys sind also schwarz (oder blata, oder braun oder braun-tan, nix andres!).

Egal wie, es ist so und ich finde das wundervoll :-) Und ich denke, dass es noch mehr Liebhaber dafür gibt und ich hoffe mit meinen Gedanken dazu beizutragen, etwas Licht für die noch Unentschlossenen in diese bunte Sache zu bringen und für die Hunderasse Pudel zu begeistern:-)

 

PS.1.12.2017

es tauchen in letzter Zeit immer wieder merle gefärbte Hunde in in diversen Verkaufsanzeigen auf die NICHT! mit  genug Fachverstand gezüchtet wurden, dazu gehören alle Verpaarungen mit:

-weissen Partnern (auch bei generationelangem rein weiß züchten ist ausser mit einem Gentest nicht bekannt welche Farbe wirklich dainter steckt und russich Roulett spielen tut ein gewissenhafter Züchter nicht)

-Partnern die in irgendeiner Form ein Aufhellungsgen des gesamten Haarkleides haben wie z.Bsp.silber, apricot heute fawn, sable  (Welpen aus solchen Verpaarungen sind zwar gesund könnten aber unerkannte merles sein und später ungewollt mit merles verpaart werden, das Ergebnis wäre fatal, daher ist auch bei allen anderen Rassen die Verpaarung merle x merle nicht erlaubt),

-sowie Partner die zusätzlich zum merle noch die weiss-Scheckung mitbringen (aus der AussieZucht weiß man das Hunde deren weiss bis tief ins Gesicht geht unverhältnismäßig oft mit Augen sowie Ohrenproblemen belastet sind, so lang man noch nicht 100% weiß ob sich diese Scheckung und merle verdoppeln ist es besser gänzlich darauf zu verzichten)

-und da sind teils halb lere Ahnetafeln bzw.welche mit Lücken, all so etwas hat in  einer so sensiblen Zucht meiner Meinung nach nix zu suchen.

 

Bei Preisen unter 1000,-€ für einen gut gezogenen Rassehund, und als solche zähle ich  nur welche mit Abstammungsurkunde bis mind.zu den Urgroßeltern, gesundheitlichen Untersuchungen sämtlicher Vorfahren und Welpen!  (und damit meine ich nicht den Gang zu einem normalen Haustierarzt) sollte eh jeder Käufer skeptisch werden, auch wenn er seinen Liebling "nur" als Liebhabertier und nicht zur Zucht kauft. Auch sollte jeder Züchter ab und an seine Tiere auf einer Austellung von einem Richter unter die Lupe nehmen lassen um den Stand seiner Zucht besser einschätzen und mit anderen vergleichen zu können.

Sonderfarben erzeugen Mehrkosten, daher bekommt man in der Regel diese zu dem normalen Durchschnittspreis der jeweiligen Rasse noch nicht.  Eine gute Zucht kostet nun mal Geld und zu verschenken hat keiner etwas, das sollte jedem Interessenten bewusst sein!

 

Ach ja um die Frage vom Anfang noch mal ganz deutlich zu beantworten, ja klar sind die reinrassig und unsere Babys werden in ihr neues zu Hause auch mit vollen Papieren, also Ahnentafel umziehen.

 

Nachtrag Sommer 2017

Bei unserem selbst gezogenen Jungrüden Manni haben wir einen DNA Tast auf Rassezugehörigkeit machen lassen, nicht weil wir gezweifelt hätten nein, sondern weil es erstens immer wieder Stimmen gibt die sagen so bunt, das müssen Mischlinge und zweitens weil eine gute Zucht weder Kosten noch Nachweise scheut. Mit  großer Genugtuung können wir nun sogar mit Laborbeweis sagen, ja unsere merlePudel sind alle reinrassige Pudel! JedemBesucher legen wir mit Stolz diese Unterlagen vor.